Warum der Strom teurer wird.
Werksdirektor Reiner Paul erläuterte im Stadtrat die Hintergründe. Auf wesentliche Bestandteile des Strompreises hätten die Stadtwerke nur begrenzten Einfluss. Dazu zählen die Kosten für die Strombeschaffung, Netzentgelte, gesetzliche Umlagen und Steuern.
Eine wichtige Rolle spielt der Umbau der Energieversorgung. Elektromobilität und erneuerbare Energien erfordern Investitionen in leistungsfähigere Stromnetze. Die Kosten dafür werden über die Netzentgelte teilweise an die Stromkunden weitergegeben.
Hinzu kommen Unsicherheiten auf den internationalen Energiemärkten, etwa durch die Krisen im Nahen Osten. Auch die extreme Trockenheit dieses Jahres und zeitweise eingeschränkte Kohletransporte auf dem Rhein zählen zu den Belastungsfaktoren.
Das kostet die Kilowattstunde ab Januar.
TRI-Strom (Sondervertrag): 37,90 Cent je Kilowattstunde statt bisher 34,61 Cent.
TRI-Strom öko lokal: 39,42 Cent je Kilowattstunde.
Grundversorgung: 42,49 Cent je Kilowattstunde.
Hinzu kommen in allen Tarifen der jährliche Grundpreis von zukünftig 162 Euro brutto pro Jahr.
Die drei Tarife unterscheiden sich nicht nur im Preis. Der klassische Sondervertrag bietet individuell vereinbarte Konditionen. Bei „öko lokal“ wird Strom aus erneuerbaren Energien mit regionalem Bezug bilanziell zugeordnet. Die Grundversorgung ist dagegen die gesetzlich geregelte Standardversorgung. Sie kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.
3.500 Kilowattstunden kosten künftig knapp 1.490 Euro.
Was bedeuten die neuen Preise für einen durchschnittlichen Haushalt? Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt sich im günstigsten Sondervertrag künftig eine Stromrechnung von 1.488,50 Euro einschließlich Grundpreis.
Trotz der Erhöhung sehen sich die Stadtwerke im Wettbewerb weiterhin gut aufgestellt. Nach den für die Stadtratsberatung herangezogenen Vergleichszahlen würde der günstigste Anbieter beim Vergleichsportal Verivox für dieselbe Verbrauchsmenge 1.511 Euro verlangen, so der Leiter der Stadtwerke, Reiner Paul.
Auch Trinkwasser-Preis steigt kräftig. Plus 18 Prozent.
Nicht nur Strom, auch Trinkwasser wird in Annweiler ab Januar teurer. Der verbrauchsabhängige Wasserpreis steigt von bisher 1,85 Euro auf 2,18 Euro netto je Kubikmeter. Das entspricht einer Erhöhung um rund 18 Prozent.
Noch stärker fällt die Anhebung beim wiederkehrenden Beitrag aus. Dieser steigt von 20 auf 25 Cent netto je Quadratmeter beitragspflichtiger Grundstücksfläche. Ein Plus von 25 Prozent.
Im regionalen Vergleich bewegten sich die Wasserentgelte dennoch „weiterhin in einer vertretbaren Größenordnung“, erklärte Paul.
Die Anpassungen seien wegen der höheren Personal-, Betriebs- und Unterhaltungskosten erforderlich. Hinzu kämen notwendige Investitionen in die Infrastruktur der Wasserversorgung.
Die Stadtwerke setzten bereits Einsparmaßnahmen um. Auch der Personalbestand werde durch natürliche Fluktuation schrittweise reduziert.
Musterhaushalt zahlt gut 63 Euro mehr für Wasser.
Wie sich die Erhöhung auf die Haushalte auswirkt, zeigen die Berechnungen der Stadtwerke. Bei einem Jahresverbrauch von 120 Kubikmetern Trinkwasser und einer beitragspflichtigen Grundstücksfläche von 400 Quadratmetern steigen die jährlichen Wasserentgelte einschließlich Umsatzsteuer von 323,14 auf 386,91 Euro.Das sind 63,77 Euro mehr im Jahr oder rund 5,31 Euro zusätzlich im Monat.