Erschd mol ään Pälzer Schorle zur Begrüßung.
Lennys Eltern haben die Abenteurer kurz vor dem Ziel in Altenstadt abgepasst und den Sohnemann den Großeltern als Geleit auf den Traktor gesetzt. Der „Bahnhof“ war nicht riesig, aber um so freudiger. Und um so sympathisch-familiärer das Hallo. Und wie es sich gehört, hatte der Schirmbar-Wirt das entsprechende Willkommensgetränk für die beiden gerichtet. Fer jeden ään Schoppe Pälzer Riesling-Schorle im Dubbe-Glas.
Doch der Schorle wurde bei dem Wetter rasch warm, weil es anstatt zu trinken den neugierigen Empfangsgästen doch so viel zu erzählen gab. Vorweg. Beide sahen bei der Ankunft blendend aus und wirkten mehr als entspannt. So, als hätten sie einen ausgiebigen Wellnessurlaub genossen. Dabei haben sie mit dem alten Deutz (Baujahr '61) die Steigungen des Schwarzwaldes, der Schwäbischen Alb, der Alpen und des Balkans bezwungen, um schließlich die Füße an der türkischen Küste des Mittelmeeres zu tauchen, das Lieblingsurlaubsland der beiden.
Der Weg ist das Ziel.
Dabei erfüllte das erreichte Ziel Türkei zumindest Albert gar nicht so sehr mit Glücksgefühlen. Es sei zwar schön gewesen, die Mittelmeerküste dort zu erreichen. Keine Frage. Aber wirklich beeindruckt haben Albert die vielen tollen Begegnungen mit den vielen extrem hilfsbereiten, gastfreundlichen und neugierigen Menschen quer über den Balkan hinweg. „Einfach toll“, so Albert im Gespräch mit den Willkommensgästen am Weintor. Ob Slowenien, Kroatien oder Serbien ... Was besagt eine alte Redensart? Der Weg ist das Ziel. Und ehrlich gesagt, das Glück war bei ihrer Ankunft am heutigen Nachmittag in der Heimat erkennbar in die strahlenden Gesichter geschrieben.
Ursprungsziel Side. Dann doch der Bosporus.
Eigentlich wollten die beiden Abenteurer ursprünglich bis zum beliebten Ferienort Side an der Südküste der Türkei tuckern, dem Stammurlaubs-Domizil der Oberotterbacher. Doch sein Bauchgefühl hielt Albert davon ab, dass es der alte Deutz noch über das ausgedehnte Bergland der Türkei bis an die Südküste schafft. So wurde es „nur“ die Mittelmeerküste südlich der Bosporus-Meerenge. Schließlich war das ja auch nur die Halbzeit. Denn es galt ja, auch wieder in die Südpfalz zurückzukommen. Schließlich braucht Albert den Trekker noch dafür, um im Wald lagerndes Holz zu holen. Man muss eben Prioritäten setzen. Im Übrigen ist der Flugreise-Urlaub nach Side im Herbst bereits gebucht ...
Die Vorgeschichte.
Es ist nicht der erste Trip der Gettos mit dem Deutz. Vor vier Jahren sind sie, ebenfalls mit dem Wohnwagen im Schlepptau, die Alpen hochgekraxelt und haben das Stilfser Joch bezwungen. Damals meinte Albert nach ihrer Rückkehr schon schelmisch, dass er sich auch eine Traktor-Tour in die Türkei vorstellen könne. Tja ...